Parkuhr-Blog

Nimm’ einen Groschen und erzähl’ das der Parkuhr…

Parkscheibe

Oktober 2017
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1000 Meisterwerke: Der verblichene Kleingärtner

– Räumliche Installation im Freigelände eines Baumarktes, zweiteilig –

Fahrrad

Das Fahrrad

Teil 1 (Eingangsbereich): Das Fahrrad
„Die säg’ ich mir nachher noch klein und nehm’ was mit!“ So oder ähnlich könnten die letzten Worte des rührigen Kleingärtners gelautet haben, als er sein Gefährt an den dünnen Baumstämmen abstellte – oder eher nachlässig anlehnte, als ob es nicht gelohnt hätte, den Ständer auszuklappen. Vielleicht besaß das Fahrrad auch gar keinen solchen mehr, und unserem Gärtner fehlten die Mittel oder einfach die Zeit für eine Reparatur. Fast sehnsüchtig wartend schaut der alte Drahtesel mit seinem Scheinwerfer hervor, dessen stromspendender Dynamo wohl mangels treibenden Vorderrades nie wieder drehen wird.

Aber halt! Soviel Zeit, wie es uns anfangs dünkt, wird wohl seit dem Verlassen dieser Szenerie nicht vergangen sein, gemahnt doch der weiße Frontreflektor an eine eher moderne Ära.
Nichtsdestotrotz spricht die Installation eine deutliche Sprache von der Vergänglichkeit und von der Natur, die sich alles zurückerobert. Leitmotivisch wird hiervon auch im zweiten Teil der Installation Gebrauch gemacht.

Schubkarre

Die Schubkarre

Teil 2 (rückwärtiges Außenlager): Die Schubkarre
„Das mach ich nachher noch fertig!“ Mit diesem oder einem ähnlichen Ausspruch, halblaut vor sich hin gesagt, hat der Kleingärtner wohl seitlich eines Nebenweges vorübergehend seine Schubkarre abgestellt. Parallel ausgerichtet und zielstrebig nach vorne zeigend harren Schaufel und Besen des in Kürze fortgesetzten Einsatzes – doch es kam anders. In der Schwebe zwischen Gefülltsein und Leere fristet die Schubkarre halbbeladen ihr Dasein, von niemandem weiter beachtet als ein paar umherfliegenden Samen, die den sich in der Mulde durch Verrottungsprozesse gebildeten Humus als nahrhaften Boden dankbar angenommen haben. Voll des sprühenden Lebens bedecken sie gnädig die zur unverdienten Rast gezwungenen Werkzeugstiele und verbergen sie vor den Augen Neugieriger.

Hier erleben wir die angesprochene Rückkehr des Bildes von der alles wieder in sich aufnehmenden Natur.

Wann der Kleingärtner sein Tagwerk fortsetzt? Wir wissen es nicht.

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